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Technikerpreis 2019 feiert Werte der beruflichen Ausbildung

Zum zehnten Mal werden Sachsens beste Techniker gesucht. Dafür wurde am 5. Februar bei Partzsch Elektromotoren e.K. in Döbeln der Startschuss für den Wettbewerb Technikerpreis gegeben. Angehende Absolventen 16 sächsischer Technikerschulen sind aufgerufen, ihre Abschlussarbeit einer Fachjury vorzulegen, welche in vier Kategorien die jeweils beste kürt. Die Gewinner werden am 5. Juli ausgezeichnet.

„Dass dieser Wettbewerb, der sich in erster Linie auf die Fahne geschrieben hat, die Ausbildung zum Staatlich geprüften Techniker bekannter zu machen, dieses Jubiläum feiern kann, ist übrigens nicht selbstverständlich“, erklärte Professor Dr. Clauß Dietz, Gründer der DPFA Akademiegruppe und Mitinitiator des Technikerpreises, in seinem Grußwort. Dabei betonte er, dass dies dem unermüdlichen Engagement von Partnern und Projektförderern zu verdanken sei.

Warum die Situation in der beruflichen Ausbildung nachwievor schwierig ist und sie sich gegen die Akademisierung behaupten muss, war bestimmendes Thema des Nachmittages. So blickte Mittelsachsens Landrat Matthias Damm besorgt auf die Situation in seinem Landkreis. „Bei uns spricht man noch von Fachkräftemangel, andernorts bereits vom Arbeitskräftemangel“, erklärte er und gestand, „dass dieser nicht mehr aufzuhalten sei. Man könne ihn nur noch abmildern.“

Hoffnungsvoll war jedoch sein Resümee als mehrmaliger Gastgeber der Veranstaltungen des Technikerpreises. Begeistert betonte er die hohe Qualifikation der Ausbildung, die sich seit Beginn des Technikerpreises anhand der herausragenden Wettbewerbsarbeiten zeigte.

In diesem Punkt sind sich Ökonomie, Politik und Bildung einig: Staatlich geprüfte Techniker sind dank ihrer praxisnahen und fachlich fundierten Ausbildung das perfekte Bindeglied zwischen Konstruktion und Praxis, zwischen Ingenieur und Facharbeiter vor Ort.

Inwiefern es Anstrengungen aus Wirtschaft und Politik bedarf, erklärte Patrick Meinhardt, Mitglied der Bundesgeschäftsleitung des Bundesverbandes mittelständischer Wirtschaft: „Studien verweisen schon jetzt auf eine erhebliche Diskrepanz von akademischer und beruflicher Ausbildung.“ Um dieses Szenario abzuwenden, sei eine Initiative wie der Technikerpreis, der das Engagement für die berufliche Ausbildung und die enge Zusammenarbeit von öffentlichen und freien Schulen, bündelt, ein guter Weg, um sich einer Bildungskatastrophe entgegenzustemmen.

Dass dies nötig ist, wurde besonders bei den Worten von Gerard Wolny, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes höherer Berufe der Technik, Wirtschaft und Gestaltung (BVT), deutlich. Er erklärte, dass das Streben der deutschen Bildungspolitik nach einer höheren Akademisierungsquote zur Herabsetzung von Anforderungen einerseits und Verschiebung sowie Komprimierung von Ausbildungsinhalten andererseits führte. „Die bestehenden Vorteile der dualen Ausbildung wurden dabei außer Acht gelassen und in vielen Bereichen versucht, die Bachelorausbildung als Berufsausbildung an einer Hochschule zu etablieren. Deshalb platzen heute die Hochschulen und Universitäten aus allen Nähten, während Unternehmen händeringend nach Auszubildenden suchen. Deutschlands Wirtschaft ist deshalb so stark geworden, weil wir auf eine fundierte, berufliche Ausbildung setzen können.“

Schlussendlich plädierten alle Beteiligten für mehr Wertschätzung der beruflichen Qualifizierung des Technikers. Im Rahmen der Unternehmensvorstellung und Betriebsführung durch Thomas Götze, Betriebsleiter von Partzsch Elektromotoren e.K. verwies die Personalleiterin Manuela Nebe darauf, dass im Unternehmen Ausbildungsplätze frei sind und in der Produktion Facharbeiter sowie Techniker dringend gesucht werden.